Journalisten sollten ja eigentlich mit Sprache umgehen können, diese hinterfragen und sehr bewusst wählen. Sollte man meinen. Dennoch bin ich da gerade so richtig ins Fettnäpfchen getreten. Ja,  mit genau so einer Redewendung, die man nicht wirklich hinterfragt und einfach dumm nachplappert: Ich hatte in einem Online Bericht über einen Ausflug von Mittelstufenschülern in die Teilchenphysik von einem “Quantensprung der Erkenntnis” gesprochen und das positiv gemeint.  Während die Schüler am Beginn ihrer Exkursion vorgaben, kaum etwas von dem Thema zu kennen, konnten sie am Ende Daten Ereignissen zuordnen, Quizfragen richtig beantworten und bekamen dafür alle ein “Master” Zertifikat ausgehändigt. (Ein Titel, den die Veranstalter besser auch mal hinterfragen sollten). Ein aufmerksamer Physiklehrer unterrichtete mich dann allerdings davon, dass es nicht ganz so positiv rüberkam, wie es gemeint war:

Ein Quantensprung ist die kleinste physikalisch mögliche Veränderung (wenn das die vielen Politiker ahnen würden, die diese Formulierung so gern missbrauchen). ;-)

Der Hinweis, dass es vielen (Politikern) so geht, macht es nicht besser. Es geht ja gerade darum, dass wir Journalisten die Floskeln der Politiker nicht für bare Münze weiter verkaufen: Den hochnotpeinlichen Spruch von Christian Wulff (ich höre Sie schon stöhnen, nicht der schon wieder - doch, denn während die Kriegserklärung an die Bild ja in aller Munde war, ist das hier fast untergegangen): Wulff äußerte beim Neujahrsempfang für seine MItarbeiter die Hoffnung, “dass dieses Stahlgewitter bald vorbei ist.“  Doch der Begriff ist ein Fehltritt und macht Gänsehaut: Stahlgewitter steht für das gleichnamige Buch Ernst Jüngers, das rauschhaft Fronterlebnisse aus dem Ersten Weltkrieg verherrlicht und ist eines Bundespräsidenten nun wahlich nicht würdig. Und schlimmer und peinlicher noch als der “Zoon politikon”, als der sich angeberisch von Guttenberg in dem viel zitierten Zeit-Interview selbst bezeichnet hatte; ein Interview, das sich auch als Bumerang erweisen sollte, wie Karasek in seiner Abendblatt-Glosse trefflich geäußert hat:

Ein Zoon politikon ist nicht etwa ein politischer Mensch, sondern einfach der Mensch an sich,  als geselliges Wesen, jemand, der wie Schaf und Mensch am liebsten in der Herde lebt.

Was lernen wir daraus: Etwas bescheidener, bodenständiger und bewusster kommunizieren wir auf jeden Fall besser…

Botschaften bewusst machen

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geschrieben von Deike, unter Journalismus. Am: 16 Januar, 2012 | Artikel kommentieren »

Es weihnachtet sehr in der AEZ Bäckerei Dat Kornhus. Aber ich habe Glück, nur eine Kundin steht vor mir. Die allerdings nimmt sich alle Zeit der Welt: den ganzen Artikel lesen »

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geschrieben von Deike, unter Allgemeines. Am: 23 Dezember, 2011 | Artikel kommentieren »

“Im Verhinderungsfalle wird der Widerspruchsführer gebeten, dies mitzuteilen”, lautet der Titel des Sprachführers, mit denen die Autoren Hans Fluck und Michaela Blaha zeigen wollen, wie man das Amtsdeutsch erfolgreich entbürokratisieren kann. In der Deutschen Rentenversicherung scheint der Ratgeber noch keine Leser gefunden zu haben. den ganzen Artikel lesen »

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geschrieben von Deike, unter Allgemeines. Am: 16 Dezember, 2011 | Artikel kommentieren »

Wer soll das alles lesen? In den Redaktionen von Tageszeitungen, Wirtschaftspresse oder General Interest stapeln sich in diesen Tagen Exposés, Texte und ganze Bücher. Die Geschäftsführerin des Wirtschaftsmagazin brand eins schreibt mir:

Gerade vor Weihnachten werden Redaktionen so mit Buch- und Textlieferungen zugeballert, als gäbe es kein Morgen mehr. Und lesen? Nein, das schafft man nicht – es ist schon schwer, auch nur den Überblick zu behalten.

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geschrieben von Deike, unter Marketing, Pressearbeit. Am: 6 Dezember, 2011 | Artikel kommentieren »

Elftklässler eines Hamburger Gymnasiums sollen ein dreieinhalbseitiges Essay in Philosophie abliefern. Die Aufgabenstellung lautet:

Beschreibe Energie im Spannungsfeld zwischen Ethik und Politik. Also in Bezug auf Freiheit. Energie im Sinne der physischen Ressourcen.

Was soll das, fragen Sie? Genau das haben die Oberstufenschüler auch gefragt. den ganzen Artikel lesen »

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geschrieben von Deike, unter Gründer, Pressearbeit. Am: 16 November, 2011 | Artikel kommentieren »

Jetzt haben Sie also Ihre Pressemitteilung verfasst. Sehr schön! Und schicken diese über den selbstgebauten oder gekauften Verteiler, nutzen vielleicht sogar kommerzielle Dienste wie ots oder ddp direct - und wundern sich. Darüber, dass Sie Ihre Pressemitteilung gar nicht oder nur in überarbeiteter Form online und gedruckt wiederfinden. den ganzen Artikel lesen »

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geschrieben von Deike, unter Gründer, Pressearbeit. Am: 27 Oktober, 2011 | Artikel kommentieren »

Ich bin gelobt worden. Indirekt durch die Pressestelle eines Hamburger Konzers. Der zuständige Mitarbeiter änderte meine Pressemitteilung von schwarz auf halbrot und strich einen von mir angefeaturten Part im zweiten Teil einer Pressemitteilung ersatzlos. Begründung:

Dieser Satz ist nicht sehr pressemitteilungstauglich.

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geschrieben von Deike, unter Gründer, Pressearbeit. Am: 27 September, 2011 | Artikel kommentieren »

Ich bin eingeladen zum Mütterinformationsabend. Nicht etwa von der Frauennotrufhilfe oder dem Arbeitskreis “Gewalt gegen Frauen”. Nein, von der zukünftigen Tanzschule meiner Tochter. “Liebe Mütter!” steht da in der Anrede und weiter: den ganzen Artikel lesen »

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geschrieben von Deike, unter Allgemeines, Marketing. Am: 29 August, 2011 | Artikel kommentieren »

08  Aug
Bleiben Sie!

Ausbildungsstart, Schulstart, Neustart - August, September haben etwas von Neujahr. Nicht nur Schüler und Urlaubsrückkehrer starten wieder, in den August fallen auch der offizielle Ausbildungsbeginn und viele Neueinstellungen. Daher würde ich mir in diesen Zeiten auch mal eine Wochenendbeilage zur guten Personalführung wünschen statt der immer gleichen Karrieretipps für Berufseinsteiger und künftige Azubis. den ganzen Artikel lesen »

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geschrieben von Deike, unter Allgemeines. Am: 8 August, 2011 | Artikel kommentieren »

Ich habe mir zwei Wochen Urlaub ohne Internet, Mail, Social Media gegönnt. “Das ist aber ungewöhnlich”, sagt eine Kollegin, auch selbständig wie ich, “wo doch jeder heute seine Mails von unterwegs abruft.” Ungewöhnlich schon, aber auch sehr entspannt. den ganzen Artikel lesen »

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geschrieben von Deike, unter Marketing. Am: 25 Juli, 2011 | Artikel kommentieren »

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