Das Abendblatt stellt Amir Kassaei persönlich vor. Titel: “Werber und Revoluzzer“. Ich frage mich, ist gute Werbung nicht immer ein Stück Revolution, weil sie umhaut, überrascht, polarisiert? Letzteres tut auf jeden Fall der DDB-Agenturchef Kassaei, der klare Worte liebt und Deutsche Award Werbung als Zombie-Kreationen abkanzelt: preisgekrönt, aber realitätsfern. Damit löste der Exil-Iraner unter den Werbern einen Streit auslöst, wohin die Reise gehen soll: lustige Sprüche und bunte Bilder versus kreative Unternehmensberatung? Relevanz versus Kreativität? Das muss kein Gegensatz sein, aber in Zeiten von twitter, facebook und youtube wird es immer schwieriger, alles unter eine Haube zu bringen. Ohne die Onliner wird es allerdings noch schwieriger: Im August schauten die Deutschen sechs Milliarden Clips im Web. Über 40 Prozent nutzen dabei Google und YouTube, meldet das us-amerikanische Marktforschungsinstitut Comscore in einer Pressemitteilung. Und deshalb bringen Onliner, von denen ich nicht weiß, ob sie sich auch als Werber und/oder Revoluzzer bezeichnen, schöne, bunte Clips auf den Markt, die künstlerisch sein und kommerziell wirken wollen - auf jeden Fall mit der passenden Musik unterlegt. Emotionalität, Echtheit und Professionalität sind gefragt, schreibt Frank Patalong in seinem Netzwelt-Artikel. Auch wenn manche Anbieter es eher mit einem modernen Märchen probieren:
Wie kommt das an? Beglückend und bezaubernd, kommentieren, die User, überwiegend Männer. Ich als Frau finde diesen Spot ein wenig zu lang, zu schön, zu klischeehaft: Oder welche ernstzunehmende Frau würde gleich weinen, wenn sie kein neues gepunktetes Kleid bekommt? Aber ich bin auch nicht Zielgruppe. Nur interessieren würde es mich schon, was wohl Herr Kassaei dazu sagt?
April 22nd, 2010 at 14:52
Ich denke, das gerade bei Werbeclips alles natürlich ein bisschen verschönert wird. Was ich jetzt auch nicht so schlimm finde. Auch wenn es jetzt nicht so realitätsbezogen ist, wird eine solche Werbung eher wahrgenommen, glaube ich.