Wer einmal innerdeutsch mit der Lufthansa fliegt, wird sich um die Zukunft von Print keine Sorgen machen. Eine Tageszeitung, Boulevard oder ein Wirtschaftstitel gefällig? Keine Frage, am besten gleich alles drei auf einmal und das Konkurrenzblatt im Kleinformat noch dazu - kostet ja nix und wer weiß, ob der Platz in der Mitte nicht doch noch umfangreich besetzt wird. So papierbeladen machen sich die Fluggäste auf den Weg, noch ein letztes Handytelefonat direkt neben der Schlange am Einstieg - damit es auch wirklich jeder mitbekommt - dann “schalten Sie bitte ihre elektronischen Geräte” aus und konzentrieren sich ganz auf das gedruckte Wort. Blätterrauschen an Bord, neben dem Brummen der Motoren und Pappton aus dem Kaffeebecher vielleicht die einzigen Geräusche, eine gute Stunde lang, denn die innerdeutschen Flugzeiten sind nun einmal begrenzt. Dann heißt es abschnallen, zum Handy greifen und einen Berg aus Papier hinter sich lassen. Willkommen im Funky Business!
Natürlich sorgen sich die Printtitel dennoch um ihre Zukunft. Gleich zweimal ist das morgen Thema: Auf dem “Print Media Future Day” an der Hochschule der Medien in Stuttgart geht es um “Kompetenzen für crossmediale Prozesse” und um die ” Chancen einer individualisierten, crossmedialen Zielgruppenansprache”. Ganz ähnlich die Zielsetzung des Seminars „Community Management“ der Zeitschriften-Akademie in Berlin. Hier sollen die Printjournalisten lernen, wie sie “crossmedialen Möglichkeiten der Zeitschriftenmarke verbessern, Communities aufbauen und betreuen, die Bindung zwischen Marke und Nutzern stärken - für 620,00 Euro zzgl. MwSt. Und damit sind wir beim eigentlichen Thema: Wenn der Nutzer nicht bereit ist, für guten Content auch gutes Geld zu bezahlen, wird es keine Zukunft im Print geben. Dann bleibt nur noch das Staunen im Global Office über das “ultraflache riesige Display mit unendlicher Akkulaufzeit: Wie geil ist das denn?”