Lehrer werden, das wollen mittlerweils zu wenig junge Menschen und das ist auch ein Imageproblem. “Mein Beruf hat längst seinen guten Ruf verloren”, sagt mir die Klassenlehrerin meines Sohnes.  Dagegen will das Abendblatt in seiner Ausbildungsbeilage gegensteuern. Der Auftrag geht an mich, vermutlich weil ich aus Erfahrung weiß: Das ist ein toller Beruf und eine super Ausbildung, weil sie mit Menschen zu tun hat. Vorausgesetzt, man mag Kinder und Jugendliche und interessiert sich für ihre Überlegungen, Sichtweisen und Probleme. den ganzen Artikel lesen »

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geschrieben von Deike, unter Bildung, Journalismus. Am: 14 September, 2009 | Artikel kommentieren »

Das Leben ist ein einziger Bewerbungsmarathon, um Aufmerksamkeit, Liebe, Erfolg. Im klassischen Sinne fängt es spätestens mit der Mittelstufe an.  Mein Sohn hat mit 13 seine erste Bewerbung geschrieben und dafür eine Drei sowie Streit mit mir kassiert. Weil ich gegen die Praxisferne der Lehrerin gewettert und meinen eigenen Stil durchgesetzt hatte: die Absenderadresse mittig statt linksbündig, Indikativ statt Konjunktiv und die Einleitung persönlich statt formal. Aber die Lehrerin bestand auf den gelernten Standards und dem Eingangssatz „hiermit möchte ich mich um einen Betriebspraktikumsplatz bewerben“ - vermutlich irgendeinem veralteten Lehrwerk entnommen. “Ohne Dich“, schimpft mein Sohn, „hätte ich mindestens eine Zwei für die Bewerbung bekommen.“ Aber damit noch lange kein Praktikumsplatz, kontert Gerhard Winkler. Für den Berliner Autoren sind weder Eltern, noch Pädagogen die besten Ratgeber. „Eltern sind zu oft auf dem Stand von 1980, viele Lehrer nicht von dieser Arbeitswelt.“ den ganzen Artikel lesen »

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geschrieben von Deike, unter Bildung. Am: 14 Mai, 2009 | Artikel kommentieren »

Pressetext Deutschland hat sich mir vorgestellt - als Alternative zu “einschlägigen Dienste wie ots, news aktuell und auch dpa” - nur eben “effizienter”, heißt es. Hoppla, habe ich da etwas nicht mitbekommen? ots steht für Originaltextservice und ist ein Angebot von news aktuell - und das ist wiederum ein Unternehmen der dpa, sozusagen der PR-Service der Deutschen Presseagentur. Die goldenen Zeiten der dpa mögen was die Finanzierung betrifft vorbei sein, aber für die Wertigkeit einer Nachricht ist das Kürzel dpa immer noch Gold wert. den ganzen Artikel lesen »

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geschrieben von Deike, unter Allgemeines, Bildung, Pressearbeit. Am: 20 März, 2009 | Artikel kommentieren »

“Egal, ob Ingenieur, Betriebswirt oder Chemiker, Sie sind später in der Metallindustrie gefragt,” betont der Leiter Anwendungstechnik im Hamburger Aluminiumwerk. Vor sich hat er eine Gruppe Oberstufenschüler,  ein Leistungskurs Chemie und es ist konsequent, wenn der Metallurge für eine naturwissenschaftliche Bildung plädiert. “Sie werden in jeder Disziplin genug lernen, um uns voranzubringen - von der Germanistik einmal abgesehen.” Da ist es wieder,  das Bild von den überflüssigen, nichtsnutzigen Geisteswissenschaften. Klar, mehr naturwissenschaftliches Wissen in den Schulen muss sein, damit es nach der Krise wieder genug Ingenieure gibt, die Deutschland voranbringen. Aber wo sind die Leute, die sich in und nach der Krise Gedanken machen, über den Sinn einer Wirtschaft, die auf Kosten der Zukunft wächst. Die trotz Krise nach vorne blicken, nach dem Sinn der Wirtschaft und des Lebens fragen. Ich behaupte, in Krisenzeiten sind Geisteswissenschaftler das Vorbild für alle: Weil sie auch schon in Boomzeiten nicht zu den gefragten Wissenschaftlern zählen, dennoch in Massen jährlich die Universitäten verlassen und - das ist erstaunlich - irgendwie irgendwo unterkommen. Das gilt wie in anderen Disziplinen auch nicht hundertprozentig und der taxifahrende Philosoph hat sicher nicht umsonst traurige Berühmtheit erlangt. Aber er ist eben auch ein Medienklischee, das ganz und gar nicht mehrheitstauglich ist, weil die meisten Freigeister sehr wohl arbeitsmarkttauglich sind. Das hat die Professorin Martha Meyer-Althoff in zahlreichen Verbleibsstudien nachweisen können: Geisteswissenschaftler arbeiten als Lektor, Journalist, PR-Fachmann oder Personalverantwortliche. Manche finden auch ihre Nische in Banken oder selbst in der Industrie: Da sind sie das Salz in der Suppe. Und immer mehr Geisteswissenschaftler gründen - klein, dienstleistungsorientiert, vorsichtig, aber durchaus erfolgreich.

Call a Bike - eine soziologische Erfindung

Call a Bike - eine sozialwissenschaftliche Erfindung

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geschrieben von Deike, unter Bildung, Gründer. Am: 12 Dezember, 2008 | Artikel kommentieren »

Nicht aufgeben, wollen die Gründer der Modernen Schule Hamburg, der die Schulbehörde in letzter Minute die Anerkennung als Schule in freier Trägerschaft entzogen hat. Dabei hatte es bis zum Schluss sehr gut ausgesehen für das engagierte Team aus dem Lehrer Axel Beyer und der Unternehmerin Angela Boltze. Der designierte Schulleiter Beyer hatte mich sogar schon auf die Hamburger Medien angesetzt: Kommen Sie doch nächste Woche vorbei, dann zeige ich Ihnen das Schulgebäude und Sie können den Gründungsstart in Ruhe vorbereiten, hatte er vorgeschlagen. Dazu ist es dann nicht gekommen, weil Die Welt die Geschichte lieber selbst schreiben wollte. Zum Glück für mich, hätte ich doch ganz umsonst recherchiert, zum Unglück für die Moderne Schule weht nämlich inzwischen in der Schulbehörde ein neuer politischer Wind: Zwar hat sich die grüne Schulsenatorin Christa Goetsch verbal zu Schulen in freier Trägerschaft bekannt, aber Schulgründungen mit Schulgeldern bis zu 1.000 Euro monatlich sind der Senatorin einfach nicht grün genug. Doch Sozialauswahl hin oder her: Nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts gilt ein monatliches Schulgeld in Höhe von 120 Euro als unbedenklich (was für einen Hartz IV-Empfänger auch schon unbezahlbar wäre!). Bei der MSH hätte es 200 Euro betragen, Stipendien waren aber ebenfalls geplant. Und wie soll sich die Neugründung einer Schule anders als über Sponsoren oder Schulgelder finanzieren, wenn am Anfang noch wenig Kinder dabei sind und die öffentlichen Fördergelder erst ab dem dritten Schuljahr fließen? Aufgehängt wurde denn die Absage auch eher an Formfehlern, gegen die Beyer Widerspruch einlegen wird. Und vielleicht wird doch noch alles gut: Die Moderne Schule hat jedenfalls so viel Medienaufmerksamkeit durch die Ablehnung erzielt, wie sie es sich zu Gründungszeiten schon gewünscht hätte. Eltern schildern Gefühle der Ohnmacht, die sie empfinden,  wenn andere über die Zukunft ihrer Kinder entscheiden. Die Homepage hatte an einem einzigen Tag rund 4500 Besucher. Unverändert melden sich Eltern an, die erst jetzt auf die MSH aufmerksam wurden, und bekunden Interesse, ihr Kind zum kommenden Schuljahr für die 1. Klasse anmelden zu wollen, so Axel Beyer. Merke, auch negative Schlagzeilen können positive Wirkungen erzeugen. In diesem Sinne ist wohl auch Beyers Gruß gemeint: Er wünscht allen Eltern und Kindern  “Schöne Ferien”!

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geschrieben von Deike, unter Bildung, Marketing. Am: 30 Juli, 2008 | Artikel kommentieren »

29  Apr
Vorbilder schaffen

Was haben Spargelstecher, Ingenieure und Managementberater gemeinsam? Sie werden allesamt händeringend gesucht. In welche Berufe aber streben junge Leute? Mediengestalter, Mechantroniker oder gar Superstar. Bei Dieter Bohlens letzter Staffel bewarben sich fast 30.000 junge Leute. Bei Germany’s Next Topmodel waren es fast 20.000. Weit abgeschlagen dagegen Fleischer, Schornsteinfeger oder Bäcker. Warum? Ihre Berufsbezeichnungen sind schlicht nicht visitenkartentauglich, haben ein angestaubtes Image aus Märchenbücher und gelten als anstrengend, ermittelte das
Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB).

doppelqualifizierung.jpgWas können also Unternehmen tun? den ganzen Artikel lesen »

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geschrieben von Deike, unter Bildung. Am: 29 April, 2008 | Artikel kommentieren »

Abirunde bei meiner Freundin am Küchentisch. Die Freunde ihres Sohnes sind noch keine Turbo-Abiturienten, sie haben ein Jahr länger Zeit gehabt als meine Kinder es haben werden. Aber sie wissen nicht, was sie tun sollen. Erst mal schauen, so der Tenor. Am besten erst mal ins Ausland. Aber auch das ist wenig konkret, hoch im Kurs stehen Australien oder Großbritannien. Und dann studieren. Aber was? Wohltuend da die Ausnahme Mark. Der 19jährige will Maschinenbauingenieur werden. Eine gute Wahl, denke ich, ein Beruf mit Zukunft, nicht nur für den Standort Deutschland und dazu sehr begehrt und gut dotiert (oder ist das dasselbe?). Aber Mark ist nicht nur nach den Berufschancen gegangen. Er hat sich schlau gemacht und genau überlegt, ob der Beruf und die Ausbildung auch zu seinen Interessen und Fähigkeiten passen. Hat im Internet recherchiert, schnupperweise studiert und Studenten befragt. Sehr gut. Die Abbrecherquote im Maschinenbau liegt bei 40 bis 50 Prozent. Weil die Studenten falsche Vorstellungen haben, sagt Professor Dirk Weuster-Botz von der TU München. Was tun die Hochschulen gegen die Uninformiertheit? Für individuelle Auswahlverfahren fehlt oft das Geld. Eine Lösung bieten Self-Assessments, kein Ersatz für die Realität, aber wenn echte Studenten, echte Absolventen und echte Aufgabenstellungen gezeigt werden und die Selbsterkundung tatsächlich anonym und entspannt durchlaufen wird, dann ist viel gewonnen für eine sichere Entscheidungsgrundlage und die Nutzung der vielzitierten Potenziale Web 2.0.

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geschrieben von Deike, unter Bildung. Am: 3 April, 2008 | Artikel kommentieren »

Hilary ist 72 und lebt schon seit 48 Jahren in Deutschland. Wenn Sie im Restaurant ein Gericht bestellt, fragt der Ober, ein Kroate: “Und woher kommen Sie?” “Aus Bremen”, antwortet Hilary ganz selbstverständlich. Der Ober guckt erstaunt: “Und wo sind Sie geboren?” Dass Hilary Britin ist, ist immer noch unverkennbar, am Akzent, am vorne im Rachen formierten “r”, am stimmhaften “s” am Wortanfang, manchmal auch am falschen Genus. Kein Zweifel, Hilary ist stolz auf ihre Herkunft, sie hat nichts zu verbergen und der Akzent ist sehr charmant. Aber das heißt nicht, dass die Britin es nicht akzentfrei hätte schaffen können. Sprachforscher haben nachgewiesen, dass die Qualität und Intensität des Inputs für den Spracherwerb verantwortlich sind und entwickeln den Immersionsansatz: den ganzen Artikel lesen »

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geschrieben von Deike, unter Bildung. Am: 10 März, 2008 | Artikel kommentieren »

Früh übt sich, heißt es in Hamburger Schulen. Weshalb Berufsorientierung in der Grundschule schon großgeschrieben wird. Und in der siebten Klasse gibt es das erste Schnupperpraktikum. Vorzugsweise absolviert im Betrieb bei Mami oder Papi. Dumm nur, wenn die Eltern langweilige Bürojobs haben, ein Home Office betreiben oder gerade arbeitslos sind. Und überhaupt haben pädagogisch gebildete Eltern scharenweise versagt, als sie ihren Sprösslingen das Schwimmen, Klavierspiel oder englische Konversation beibringen wollten. Die Rolle Eltern und Unterrichtender sind eben doch nicht immer kompatibel. Schön also, wenn sich ein Siebtklässler Gedanken macht, wo er oder sie sein erstes Praktikum absolvieren möchte, sich hinsetzt und eine “Bewerbung” schreibt. Diese nicht gerade formvollendet, aber charmant. Schade aber, wenn dann die Unternehmen auf stur stellen, mit Fristen oder generellen Restriktionen abwinken: “Schnupperpraktika machen wir gar nicht und dieses Jahr sind wir komplett ausgebucht. So kurzfristig kann man sich nicht bei uns bewerben.” Dabei wissen die Siebtklässler erst seit ein paar Wochen, dass sie ein 3-Tages-Praktikum absolvieren sollen. Unmöglich sich darauf, ein Jahr im Voraus zu bewerben.

Timo
So stand mein Sohn da in der Miniatur Wunderland Hamburg GmbH und wurde seinen Brief an Herrn Frederik Braun nicht los. Wir haben ihn dennoch abgesandt und warten jetzt zumindest auf eine schriftliche Antwort. So einfach dürfen die Unternehmen nicht von ihren Verpflichtungen freikommen. Sie sind es doch, die mehr Berufsorientierung von den Schulen verlangen.

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geschrieben von Deike, unter Bildung. Am: 17 Februar, 2008 | Artikel kommentieren »

Professoren sind schwierige Ansprechpartner - schlecht zu erreichen, akribisch genau und nicht selten eitel: Eine Kollegin musste mal einem Professor persönlich ihren Text vor Abdruck abliefern, weil dieser Mails nicht nutzte, Faxe nicht mochte und für die Post keine Zeit mehr blieb. Das sind zugegeben Extremfälle. Vom Grundsatz her sind Professoren höchst interessante Gesprächspartner, davon bin ich überzeugt. Bei ihnen stecken doch die Forschung und die Gedanken, die unsere Zukunft bestimmen. Nur kommunizieren sie diese zu selten und überlegen zu wenig, was für die Öffentlichkeit interessant sein könnte. Das ist eben weniger der 60seitenlange Aufsatz über die Farbsymbolik bei Baudelaire als Überlegungen zur Zukunft der universitären Ausbildung, etwa die These, dass die schwache Lehrerbildung das geeignete Einfallstor der Bologneser war für ihr Vorhaben, die ganze Universität umzustellen.

FAZ_SchuleDiese These stammt von Professor Ewald Terwald, Universität Münster, als Antwort auf meinen Artikel zur gestuften Lehrerbildung : “(…)Zwar war auch die Lehrerbildung (wie die mediziner- und Juristenausbildung) staatlich geregelt und insofern nicht in der Gestaltungskompetenz der Unis. Aber aufgrund ihres geringeren Ansehens konnte sie sich gegen Bologna nicht wehren - so, wie dies bislang ja Juristen und Mediziner tun (noch). Wenn man aber die Lehrerbildung knackt und auf BA/MA umstellt, hat man ja gewissermaßen zwei Drittel aller Universitätsfächer überwältigt(…)” Schade nur, dass der Beitrag nach dem Artikel kam und der Professor vor Abdruck eher vorsichtig war und Zitate abgestimmt und abgeschwächt haben wollte. Wenn klare Worte kommen sollten, dann doch wohl von Professoren mit Beamtenstatus.

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geschrieben von Deike, unter Bildung. Am: 13 Februar, 2008 | Artikel kommentieren »

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